Unterschied

Posted by Someone on June 10, 2011  •  Comments (64)  • 

Dass gesunde Ernährung von Mensch zu Mensch anders aussehen kann, haben Zwillings- und Adoptionsstudien gezeigt. Übergewicht ist nicht nur eine Frage der Ernährung, es ist auch genetisch angelegt. Sind die Eltern mollig, werden es auch deren Kinder sein.

In diese Kerbe haut auch der Lebensmittelchemiker und Sachbuchautor Udo Pollmer. Gegenüber WELT ONLINE äußert er sich ganz im Sinne seines Buches "„Esst endlich normal! Das Anti-Diät-Buch". Pollmer verweist wie Frank auf unterschiedliche Konstitutionstypen, aber auch darauf, dass Nahrungsmittel neben der Ernährung noch andere Funktionen hat. So wirkt der Verzehr von Schokolade tröstlich und senkt den Stresspegel. Kein Wunder also, wenn ein Kind mit Kummer mehr von dem süßen Gift zu sich nimmt, als ein glückliches Kind. Hier mit einer Diät einzugreifen sei das verkehrte Mittel. Das Kind muss viel mehr lernen, mit seinem Leid besser fertig zu werden. Interessant sind seine Ausführungen zum Entstehen von Übergewicht bei Erwachsenen. So nehmen junge Frauen leicht einige Pfunde zu, wenn sie sich an einen Mann gebunden haben, den sie als passend zur Fortpflanzung einschätzen. Die zugelegten Kilos dienen als Reserve für eine möglicherweise bevorstehende Schwangerschaft. Ähnliches ist bei den Männern zu beobachten. Nach dem ersten Kind entwickeln Männer häufig einen Bauch. Nicht nur mit zunehmendem Alter, sondern auch das schwindende Interesse an jüngeren Frauen sorgt dafür, dass der Testosteronspiegel sinkt. Folge: Mehr Umfang in der Körpermitte.

Auch das Argument von Kinderärzten, die immer mehr Kindern attestieren, normale Bewegungsabläufe nicht mehr ausführen zu können, lässt Pollmer nicht gelten. Er verweist auf Langzeitstudien von Sportmedizinern, de keine wesentliche Veränderung in der Bewegungsfähigkeit feststellen konnten.

Nicht zuletzt macht er deutlich, dass die Beurteilung von Normal- und Übergewicht eine stete Veränderung durch die Jahrhunderte erfahren hat. Ein Blick auf Rubens Gemälde bestätigt diese Annahme.