Problem
Das
Problem existiert schon so lange, wie Zucker aus Rüben
gewonnen werden kann und so auch der ärmeren
Bevölkerung zur Verfügung steht. Als Zucker nur aus
Zuckerrohr produziert und aus dem fernen Ausland aufwendig importiert
werden musste, war er so teuer, dass er nur von den Reichen in der
Gesellschaft in Mengen verzehrt werden konnte. Dementsprechend fanden
sich dort auch nur in dieser Gesellschaftsschicht eine große
Anzahl an Diabetikern. Im Gegensatz dazu ist Diabetes heute bereits
eine Volkskrankheit.
Mit dem Fokus auf übergewichtige Kinder verfehlt die
Initiative eine Großzahl an Kindern, die an anderen
Störungen ihrer Essgewohnheiten leiden. Eine
beängstigend große Zahl an jungen Menschen,
besonders Mädchen, folgen dem Schönheitsideal Size
Zero. Bereits im Kindesalter und der Pubertät werden
Medikamente zur Gewichtsreduktion eingenommen. So sollen bereits 30%
der Mädchen an Gymnasien in Deutschland deutliches
Untergewicht aufweisen. Wer keine Tabletten nimmt, behilft sich mit dem
Gang zur Toilette und dem Erbrechen der aufgenommenen Nahrung.
Angesichts solcher Zahlen wundert es nicht, dass die Kampagne auch
lautstarke Gegner hat. So kritisiert der Mediziner Gunter Frank die
oben genannte Studie, die mehr als der Hälfte der Deutschen
ein Übergewicht bescheinigt. Sie stamme von der
Europäischen Dachorganisation der Adipositas-Gesellschaften,
IASO, die von Unternehmen gefördert wird, die
Appetitzügler herstellen. Die IASO selbst weist darauf hin,
dass ihre Daten nur bedingt zu Vergleichen herangezogen werden
können.
Frank wirft Gesundheitspolitikern und Krankenkassen Fehlinformation der
Bevölkerung vor. „Ich halte die Art und Weise, wie
wir zurzeit mit Ernährungsempfehlungen umgehen, für
eine vermeidbare Gefahr für die Volksgesundheit.“